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Archiv für Dezember, 2007

Japan gibt Jagd auf Buckelwale vorerst auf

22. Dezember 2007

Nach weltweiten Prosten auf die Ankündigung von Japan im November, in der Walfangsaison 2007/2008 bis zu 50 Buckelwale zu „wissenschaftlichen Zwecken“ zu fangen, hat die Regierung jetzt eingelenkt und verzichtet vorerst auf die Jagd auf diese Tiere. Vor allen Australien und Neuseeland hatten Japan scharf kritisiert und die USA warnten Japan davor, dass einige Staaten aus Protest die IWC-Sitzungen boykottieren könnten. Japans Regierungssprecher Nobutaka Machimura kommentierte die Entscheidung mit den Worten „Ich hoffe, dass sich unsere Beziehungen zu Australien verbessern“. Begründet wurde die Entscheidung offiziell mit den laufenden Verhandlungen innerhalb der Internationalen Walfangkommission (IWC).

Unberührt von dem Verzicht der Buckelwal-Jagd bleibt die Jagd auf andere Walarten. So sollen in dieser Saison 935 Zwergwale und 50 Finnwale (angeblich zu Forschungszwecken) getötet werden.

Walschutz

Neuer Vorfahre der Wale gefunden

21. Dezember 2007

Wissenschafter um Hans Thewissen der Northeastern Ohio Universities Colleges of Medicine in Rootstown berichten in der neusten Ausgabe von Nature (Band 450, Seite 1190), dass sie einen nahen vierbeinigen Verwandten der Wale gefunden haben. Es handelt sich um einen Paarhufer namens Indohyus, der vor circa 48 Millionen Jahren in Indien lebte.

Indohyus

Zeichnung: Neoucom / Carl Buell

Indohyus war etwas so groß wie ein Fuchs, ähnelte aber eher heutigen Hirschen. Anhand bestimmter Schlüsselmerkmale im Schädel und am Ohr konnten die Forscher die Fossilien als nächste Verwandte der Wale identifizieren. Durch genauere Untersuchungen der Knochenstruktur konnte außerdem eine Verdickung der äußeren Schichten der Knochen nachgewiesen werden – ein Osteosklerose genanntes Phänomen, welches durch das zusätzliche Gewicht den Tieren das Gehen im Wasser erleichterte. Solche Knochenverdickungen findet man auch bei rezenten im Wasser watenden Tieren wie den Flusspferden. Indohyus hat sich also sehr wahrscheinlich schon häufig im Wasser aufgehalten. Diese Annahme wird auch noch durch Zahnanalysen gestützt, die Ähnlichkeiten zu anderen im Wasser lebenden Tieren aufzeigen.

Indohyus ähnelte der Familie der heutigen Hirschferkel (Tragulidae), welche in den Tropen Afrikas und Asiens vorkommen. Diese Paarhufer können bei Gefahr ins Wasser springen und unter Wasser flüchten. In folgendem Video kann man sehen, wie ein Tier vor einem Greifvogel flieht.

Weiterführende Links

Wissenschaft

Orcas auf Robbenjagd

18. Dezember 2007

Dass Orcas geschickte Jäger sind und teilweise außergewöhnliche Jagdtechniken anwenden, ist schon lange bekannt. Jetzt haben Forscher einer internationale Gruppe um Ingrid Visser vom Orca Research Trust im neuseeländischen Tutukaka im Journal „Marine Mammals“ von einer ganz besonderen Taktik von Orcas im Eismeer berichtet. Hat eine Robbe oder ein Pinguin auf einer Einscholle Schutz gesucht und ist somit für die Orcas eigentlich unerreichbar, schwimmen die Wale erst eine Weile um die Scholle herum und versuchen Eisstücke abzubrechen, um sie dann von der Einsscholle in offene Wasser zu schieben. Dann schwimmen mehrere Orcas kurz unter der Wasseroberfläche parallel auf die Eisscholle zu, sodass ihre Bugwelle über die Scholle schwappt und die Beute ins Wasser spült.

Mehrfach wurde auch beobachtet, wie ein Orca die Robbe wieder auf die Eisscholle brachte. Dies soll vermutlich Jungtieren die Möglichkeit geben, es selbst auszuprobieren und so diese Jagdtechnik zu erlernen.

Auf diesem Video haben die Forscher das Verhalten festgehalten.

Walbeobachtung, Wissenschaft