Wale nicht am Rückgang der Fischbeständen schuld
Eine neue Studie der Meeresbiologin Kristin Kaschner widerlegt eine alte Hypothese von Walfängern, nach der Wale in direkter Konkurrenz zur Fischerei stehen und Schuld am Rückgang von Fischbeständen sind. Aus diesem Grund fordern Walfangnationen wie Japan immer wieder die Dezimierung der Walbestände um die Fischfangmengen erhöhen zu können und versuchen auch kleiner Länder in Nordwestafrika und der Karibik dafür zu gewinnen.
In Ihrer Studie untersuchte Kristin Kaschner mit amerikanischen und kanadischen Kollegen die Gewässer vor Nordafrika und der Karibik und entwickelten anhand der Daten Modelle des Ökosystems dieser Meeresgebiete. Mit den Modellen simulierten sie, was passieren würde, wenn die Walbestände in diesen Ökosystemen verringert würden. Es zeigte sich, dass selbst eine komplette Ausrottung aller Großwale in den untersuchten Gebieten einen sehr geringen Anstieg der Nutzfischbestände bringen würde. Im Gegenzug konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass schon kleine Veränderungen im Fischereimanagement einen deutlichen Anstieg der Fischbestände zur Folge hätten.
Walfang keine Lösung
Die Wissenschaftler folgern aus ihrer Arbeit, dass Walfang keine Lösung für die massiven Fischereiprobleme – besonders für Entwicklungsländer – ist. Die Hauptprobleme liegen bei der Faktoren wie lokalem Missmanagement, der Ausbeutung tropischer mariner Ressourcen durch große Industrienationen sowie den Auswirkungen des Klimawandels. Diese Probleme müssen in einem globalen Kontext betrachtet werden und geeignetere Wege als Walfang aus der Fischereikrise gesucht werden.
Quelle: scinexx