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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Australischer Stupsfinnendelfin gesichtet

9. August 2008

Vor der australischen Küste hatten Wissenschaftler das seltene Glück, den erst 2005 beschriebenen Australischer Stupsfinnendelfin (Orcaella heinsohni) zu filmen. Außerdem konnten sie DNA-Proben entnehmen.

orcaella_heinsohni.jpg

 

Hier finden Sie einen Bericht und Videoaufnahmen bei Spiegel.de

Allgemein

Buckelwal vor Rügen gesichtet

30. Juli 2008

Buckelwal (Megaptera novaeangliae) Wie heute bekannt wurde, haben Biologen am Freitag vor Rügen einen etwa 12 Meter langen Buckelwal beobachtet und fotografiert. Die Biologen beobachteten am Cap Arcona Vögel und sahen auf einmal vor der Küste einen Wal. Trotz der Entfernung konnten sie anhand der charakteristischen, ⅓ der Körperlänge erreichenden Flipper, gut erkennen, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Sie konnten den Wal gut zwei Stunden lang dabei beobachten, wie er mehrfach hoch aus dem Wasser schoss und sich zurückfallen lies. Das ist eine typische Verhaltensweise von Buckelwalen.

Vermutlich ist der Wal bei seiner üblichen Sommerroute in die Antarktis einem Fischschwarm gefolgt und dabei durch die Nordsee in die Ostsee gelangt. Wie lange er sich hier aufhalten wird, ist ungewiss. Die Ostsee bietet diesen Tieren zu wenig Nahrung, allerdings können Buckelwale auch ohne ausreichende Nahrung eine ganze Weile auskommen. 

Buckelwale in der Ostsee kommen sehr selten vor. Der letzte Fall, dass in Deutschland ein Buckelwal gesichtet wurde, liegt schon 30 Jahre zurück. Damals am 24. August 1978 wurde ein gut 10 Meter langer Buckelwal ebenfalls vor Rügen gesichtet. Davor liegt die letzte dokumentierte Sichtung aus dem Jahr 1851 schon weit über 100 Jahre zurück.

Allgemein

WWF: Wale nicht schuld an Überfischung

24. Juni 2008

WWF-Berichte decken Schein-Argumente der Walfangnationen auf

Zu Beginn der 60. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Santiago de Chile hat der WWF die Behauptung zurückgewiesen, dass Großwale an den zusammenbrechenden Fischbeständen schuld seien. Diese These hatten japanische Wissenschaftler aufgestellt und gefordert, Wale zum Schutz der Fischerei gezielt zu töten. In drei Berichten belegt der WWF gemeinsam mit der Human Society International (HSI) und dem Lenfest Ocean Programme, dass der drastische weltweite Rückgang der Fischbestände nichts mit dem Nahrungsbedarf von Großwalen zu tun hat. Zuvor hatten bereits Forscher aus aller Welt die so genannte „Wale fressen unseren Fisch-These“ teils heftig zurückgewiesen.

„Die Überfischung der Meere ist auf die industrielle Raubbau-Fischerei und den gestiegenen weltweiten Konsum zurückzuführen“, sagt WWF-Walexperte Volker Homes. Weltweit leben über 41 Millionen Menschen von Fischerei, die meisten in Entwicklungsländern. Die Nachfrage nach Fisch hat sich in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt und lag nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO 2007 bei 17,4 Kilo pro Kopf weltweit. 40 Prozent des gefangenen Fisches werden international gehandelt.

Die neuen Studien des WWF zeigen, dass die Fische, die auf dem Speiseplan von Walen stehen, für die Fischerei nicht attraktiv sind. „Großwale lieben Tiefsee-Fische, die für uns nicht essbar, zum Teil sogar giftig sind“, erläutert Homes. „Es besteht keine Konkurrenz zwischen Wal und Mensch um Speisefisch.“

Auch die Behauptung, wegen der Wale nähme die Größe der gefangenen Fische immer weiter ab, wird durch die WWF-Berichte widerlegt. Wale bevorzugen die kleinen Fische einer Art. Die Fischerei dagegen sucht sich bei den Arten, die sie fängt, die dicksten Fische zuerst. Das Ergebnis: In Fischernetzen landen vorwiegend kleine Fische, weil die großen bereits abgefischt sind.

Die japanische These hatte zuletzt vor allem unter Entwicklungsländern, die mit der Überfischung ihrer Gewässer zu kämpfen haben, Anhänger gefunden. Homes: „Es ist perfide zu behaupten, nicht die hoch subventionierten Industrie-Flotten der reichen Staaten seien an der Ausbeutung schuld, sondern Großwale. Die Industriestaaten müssen zu ihrer Verantwortung für die Überfischung stehen und sie bekämpfen, statt Meeressäugetiere zum Sündenbock zu machen, die seit Millionen Jahren Seit an Seit mit großen Fischbeständen geschwommen sind.“

WWF Deutschland
Presseinformation

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Chile erklärt Hoheitsgewässer zum Walschutzgebiet

24. Juni 2008

Parallel zur Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Santiago de Chile erklärte die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet die Hoheitsgewässer Chiles zum Schutzgebiet für Wale. Das Gesetz beinhaltet ein dauerhaftes Walfangverbot in dem 5,3 Millionen Quadratkilometer umfassenden Gebiet. In der als Museum umgewandelten ehemaligen Walfangstation Quintay sagte die Staatschefin „Kein Wal darf mehr in unseren Hoheitsgewässern gejagt werden“.

Bei der Jahrestagung der IWC in Santiago de Chile wird auch über ein Schutzgebiet für Wale und Delfine im südlichen Atlantik beraten. Ein Antrag wurde von der sogenannten Buenos-Aires-Gruppe, der zahlreiche lateinamerikanische Länder angehören, eingereicht. Der Antrag sieht die Einrichtung einer Zone vor, in der Walfang dauerhaft verboten ist und das Beobachten von Walen gefördert wird. Damit der Antrag angenommen wird, müssen 75% der 80 IWC-Mitgliedsstaaten zustimmen, was in einem vorangegangenen Versuch nicht erreicht wurde.

Allgemein

Zur 60. IWC-Tagung in Santiago de Chile (23.-27. Juni): Wie die Wale gerettet werden können

23. Juni 2008

10 WWF-Forderungen an die IWC-Staaten vor Beginn der 60. IWC-Tagung am Montag

Heute beginnt die 60. Tagung der Internationalen Walfangkommission IWC in Santiago de Chile. Bis zum 27. Juni debattieren die mittlerweile 80 Mitgliedsstaaten über die Zukunft von Walen, Delfinen und Tümmlern. Doch um was geht es in Chile genau? Der WWF sagt, was geschehen muss, damit viele der hoch bedrohten Meeressäuger – vom über 30 Meter langen Blauwal, dem größten Tier der Erde, bis zum kleinen Zwergwal – auch in drei Jahrzehnten noch in unseren Weltmeeren schwimmen.

Die zehn WWF-Forderungen an die Staaten der IWC

1. Walfang stoppen: Seit 1986 wird den Walen offiziell eine Atempause eingeräumt. Seither gilt ein Moratorium für den kommerziellen Walfang  aller Großwalarten. Drei Staaten jedoch machen weiter Jagd auf diese Wale und legen ihre Fangquoten noch dazu selbst fest: Island, Norwegen und Japan. Norwegen hat Einspruch gegen das Moratorium eingelegt und ist damit nach den Statuten der Konvention nicht an das einstweilige Verbot gebunden; Japan und Island berufen sich auf den „wissenschaftlichen Walfang“ (s.u.), nutzen die getöteten Tiere jedoch für den eigenen nationalen Walfleischmarkt. Der WWF fordert den sofortigen Stopp des „wissenschaftlichen“ Walfangs. Die Konsumenten in den Walfang-Nationen stehen auf Seiten der Wale, immer weniger Menschen wollen das Fleisch noch kaufen. 

2. Den Anachronismus „Wissenschaftlicher Walfang“ abschaffen: Die IWC-Konvention stammt aus dem Jahre 1946. In Artikel VIII wird den Mitgliedsstaaten das Recht eingeräumt, sich selbst die Erlaubnis auszustellen, Wale für „wissenschaftliche Zwecke“ zu töten. Dieser Anachronismus – es gibt anerkannte Methoden, Wale wissenschaftlich zu untersuchen, ohne sie zu töten – muss aufgelöst werden. Schließlich deckt er selbst die Tötung stark bedrohter Arten wie des Sei- und des Finnwals. 

3. Ertrinken von Walen und Delfinen in Fischereinetzen beenden: Nach WWF-Schätzungen ertrinken jedes Jahr etwa 300.000 Wale, Delfine und Tümmler in den Netzen der Fischereiindustrie als ungewollter so genannter Beifang. Es gibt technische Lösungen, die helfen, den Beifang zu verringern. Der WWF fordert, diese Methoden als gute Fischereipraxis international verpflichtend einzuführen.

4. Klimawandel bekämpfen: Der Klimawandel gefährdet viele ohnehin bereits bedrohte Walarten zusätzlich. Besonders betroffen sind wandernde Walarten, die in Kaltwasserregionen ihre wichtigsten Nahrungsquellen haben. Steigt die globale Temperatur um mehr als zwei Grad Celsius an, könnte dies unweigerlich das Aus für eine Vielzahl heute bedrohter Meeressäuger bedeuten. Nach den Prognosen einer neuen WWF-Studie wird allein der Lebensraum der Wale im Südpolarmeer in 35 Jahren um bis zu ein Drittel geschrumpft sein. Auch um der Wale willen fordert der WWF deshalb einen konsequenten Kampf gegen den Klimawandel. 

5. Meeresverschmutzung bremsen: Chemikalien, tote Zonen ohne Sauerstoff, Lärm durch Schiffsverkehr: die blauen Weiten der Ozeane sind alles andere als idyllisch. Meerestiere sind starkem Stress ausgesetzt. Die Folge: Abmagerung, Fortpflanzungsunfähigkeit, erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten. Der WWF fordert die IWC auf, Verantwortung für den Schutz der Meere zu übernehmen. Dazu gehört auch die konsequente Absage an Öl- und Gasförderung in wichtigen Walgebieten – zum Beispiel vor der russischen Insel Sachalin, vor der die wichtigsten Nahrungsgründe der letzten einhundert Westpazifischen Grauwale liegen.

6. Schiffskollisionen vermeiden: Viele Wale, Delfine und Tümmler kommen jedes Jahr ums Leben, weil sie mit Schiffen zusammenstoßen oder in Schiffsschrauben geraten. Schuld ist auch der starke Lärm unter Wasser und die Nutzung von Radar, der die empfindlichen Tiere in ihrer Orientierung stört. Der WWF fordert, alle technischen Möglichkeiten auszunutzen, um die Gefahren für Wale zu vermindern.

7. Auf die Forschung hören: In den letzten Jahren hat die vor allem von Japan und Island unterstützte Behauptung  in der IWC Karriere gemacht, Wale seien schuld am Zusammenbruch vieler Fischbestände. Wissenschaftlich ist diese These längst vielfach widerlegt worden. Der WWF fordert, diese unseriöse Behauptung gemäß der wissenschaftlichen Fakten ein für allemal von der Agenda der IWC zu streichen. Dazu wird der WWF zusammen mit anderen Organisationen kommende Woche Berichte veröffentlichen und erneut belegen, dass einzig die nicht nachhaltig betriebene industrielle Fischerei die Überfischung bewirkt. 

8. Schutzgebiete schaffen und finanzieren: An Land ist es selbstverständlich, auf hoher See die absolute Ausnahme: Weniger als ein Prozent unserer Weltmeere ist unter Schutz gestellt. Dies soll sich ändern, haben 190 Staaten auf dem UN-Naturschutzgipfel in Bonn vor rund drei Wochen beschlossen. Nun können 80 von ihnen beweisen, dass es ihnen ernst ist mit diesem Bekenntnis. Der WWF fordert die rasche Ausweisung von Meeresschutzgebieten und die notwendige Finanzierung (z.B. für Kontrollen), um den Walen Refugien zu bieten, in denen sich ihre Bestände erholen können.

9. Die Lähmung der IWC beenden: Seit Jahren wird auf IWC-Konferenzen nur noch um Mehrheiten geschachert: Überstimmen die Walfangbefürworter die Walschützer? Japan hat bereits vor einigen Jahren öffentlich zugegeben, Entwicklungsländern Geld zu bieten, damit sie in die IWC eintreten und dort für Japans Vorschläge stimmen. Inzwischen haben beide Seiten einen nahezu identischen Stimmenanteil. Die inhaltliche Arbeit ist durch diese Pattsituation fast vollständig zum Erliegen gekommen. Der WWF fordert ein Ende des Stimmenfangs für den Walfang und eine Konzentration auf die Lösung der Probleme.

10. Die IWC reformieren: Sollen die weltumspannenden Gefahren für Wale und Delfine auf der IWC verhandelt werden? Die Walfangnationen sagen nein, die Walschutzstaaten ja. Dabei brauchen Wale internationalen Schutz dringend wie nie: Alle anderthalb Minuten stirbt ein Wal. Im vergangenen Jahr hat die IWC beschlossen, nach neuen Wegen für die Konvention zu suchen. Der WWF fordert eine Reform, die Wale endlich schützt.

WWF Deutschland
Presseinformation

Allgemein

26 Meter langes Blauwal-Modell zieht ins Ozeaneum

5. Juni 2008

Schwertransport rollt am frühen Morgen durch Stralsund

Stralsund (ots) - Der Gigant unter den Wal-Modellen der Greenpeace-Ausstellung „1:1 Riesen der Meere“ ist heute Morgen an seinem endgültigen Bestimmungsort im neuen Ozeaneum in Stralsund angekommen. Ein Schwertransport brachte das 26 Meter lange Blauwal-Modell aus der Fertigungshalle in Lüdershagen bei Stralsund zum Ozeaneum direkt am Stralsunder Hafen. Der Blauwal ist der erste von sieben Meeresriesen, die als lebensgroße Modelle ab dem 12. Juli im Ozeaneum besichtigt werden können. Greenpeace präsentiert die Ausstellung gemeinsam mit dem Deutschen Meeresmuseum.

„Dies ist ein wichtiger und spannender Moment in der Vorbereitungsphase unserer Ausstellung“, sagt Thomas Henningsen, Projektleiter bei Greenpeace. „Das Blauwal-Modell hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Wir freuen uns darauf, mit Hilfe dieser naturgetreuen Exponate viele Menschen für den Schutz der Meere begeistern zu können.“

Fünf Monate dauerte die Fertigung des Blauwal-Modells. Ein Stahlgerüst im Bauch des Wales sorgt für die nötige Stabilität. Den Walkörper schnitzten und raspelten Bildhauer aus Styroporblöcken in Form. Spezialspachtel, Brandschutzfarbe und glasfaserverstärktes Polyesterharz sorgen für eine glatte, dehnbare und feuerresistente Oberfläche. Schließlich erhielt der Blauwal die für seine Art typische Farbe durch eine Lackierung. Die künstlerische Gestaltung verantwortet Peter Ardelt, Figurenbauer aus Dresden. Mit der Realisierung von „1:1 Riesen der Meere“ hat Greenpeace den Berliner Ausstellungsbauer Molitor GmbH beauftragt.

In der 20 Meter hohen Ausstellungshalle des Ozeaneums werden die Besucher auf Liegen unterhalb der Exponate die Dimensionen der „Riesen der Meere“ mit allen Sinnen erfahren. Neben dem Blauwal werden ein 16 Meter langes Buckelwalweibchen mit Kalb, ein 15 Meter langer Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar, ein acht Meter langer Orca und eine Riesenalge zu sehen sein. Auch über die Bedrohungen der Wale wird die Ausstellung informieren. Die Auswirkungen des Klimawandels, Überfischung und die Verschmutzung ihres Lebensraumes sind heute neben dem Walfang die größten Gefahren für den Bestand der Wale. Greenpeace erweitert damit seine weltweiten Aktivitäten zum Schutz der Meere.

Die Buckelwalmutter, der Pottwal, der Riesenkalmar und der Kelp entstehen derzeit in zwei  Ateliers in Dresden und Stralsund. Orca und Buckelwalkalb sind bereits fertig gestellt. Anschließend werden alle Wale am Dach der Ausstellungshalle aufgehängt.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Greenpeace-Projektleiter Thomas Henningsen mobil unter 0171-8780 833 oder Pressesprecherin Cornelia Deppe-Burghardt mobil unter 0151-145 330 87. Foto- und Filmmaterial erhalten Sie unter Tel. 040-30618 -376 und -375. Mehr Informationen im Internet unter www.greenpeace.de und im aktuellen Weblog unterhttp://blogs.greenpeace.de/riesendermeere.

Allgemein

Wale und Delfine im Mittelmeer stark bedroht

29. April 2008

Naturschutzorganisationen bilden eine Allianz zum Schutz der Meeressäuger in der Mittelmeerregion.

Viele Küstenbewohner und Touristen wissen nicht, dass rund 15 verschiedene Arten von Walen und Delfinen im Mittelmeer auftauchen, acht davon regelmässig. Zunehmende menschliche Aktivitäten gefährden diese Tiere immer stärker. Das Überleben von vier Arten ist auf Messers Schneide. Bereits akut vom Aussterben bedroht ist die Population der Orcas in der Straße von Gibraltar.

Besorgniserregend ist auch die Situation für den Gewöhnlichen Delfin. Noch vor kurzem war er von Gibraltar bis zum Bosporus der meistverbreitete Meeressäuger. Heute wird er nur noch selten gesichtet. Dafür trifft man ihn auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten an. Aus der Adria ist der Gewöhnliche Delfin aufgrund menschlicher Einflüsse bereits verschwunden, nun droht ihm dieses Schicksal auch im Ionischen Meer. „Das Mittelmeer ist ein klassischer Fall von Misswirtschaft im Bereich der Fischerei. Beifang und Überfischung gefährden die Meerestiere an der Spitze der Nahrungskette, darunter auch die Wale und Delfine“, erklärt Sigrid Lüber von OceanCare.

„Sofortiges Handeln ist notwendig. Doch die Regierungen haben bisher darin versagt, wirkungsvolle Schutzmassnahmen umzusetzen und damit Walen und Delfinen in der Region eine Zukunft zu sichern“, sagt Nicolas Entrup von der WDCS.

Als Antwort auf die politische Untätigkeit haben sich Forschungsinstitute und Schutzorganisationen nun in der Cetacean Alliance zusammengeschlossen. Ziel des einflussreichen Netzwerks ist der Erhalt der Artenvielfalt im Mittelmeer sowie die Reduktion negativer menschlicher Einflüsse auf die Meeressäuger.

Die Cetacean Alliance unterhält mit www.cetaceanalliance.org eine Webseite, die Informationen zur aktuellen Situation der Meeressäuger sowie zu diversen Forschungs- und Schutzprojekten zugänglich macht. Mit Forschungsdaten, Videos, Lehrmittel und Umwelttipps sollen bei Regierungsmitgliedern sowie einer breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Probleme geschärft und Handlungsimpulse ausgelöst werden.

Das ist eine Pressemitteilung der WDCS Deutschland. Für weitere Informationen:

Sigrid Lüber, OceanCare: Telefon +41 79 475 26 87, slueber@oceancare.org
Nicolas Entrup, WDCS Deutschland: Telefon +49 171 1423 117, nicolas.entrup@wdcs.org
Giovanni Bearzi, Tethys Research Institute: giovanni.bearzi@gmail.com

Allgemein, Walschutz

Delfin Moko rettet Zwergpottwale

14. März 2008

In Neuseeland hat das Delfinweibchen „Moko“ zwei Zwergpottwale – eine Mutter mit ihrem Kalb – gerettet, nachdem diese in Mahia Beach, rund 500 Kilometer nordöstlich von Wellington/Neuseeland, gestrandet waren. Tierschützer hatten vergeblich versucht die beiden Wale wieder ins offene Wasser zu bringen. Die Tiere waren aufgrund der Strapazen sehr geschwächt und strandeten immer wieder auf einer Sandbank. Malcolm Smith, ein Mitarbeiter der Umweltbehörde, sagte „Wir hatten schon befürchtet, die Tiere einschläfern zu müssen, um ihnen einen qualvollen Tod zu ersparen“.

Womit die Tierschützer jedoch nicht gerechnet hatten, war das Delfinweibchen „Moko“, welches seit ca. einem Jahr immer wieder in der Buch auftaucht und die Nähe zum Menschen sucht. „Moko“ hatte offenbar die „Hilferufe“ der beiden Wale gehört und näherte sich ihnen. Nach Angaben von Augenzeugen kommunizierten die Wale offenbar miteinander. „Moko“ führte die beiden Wale dann 200 Meter parallel vom Strand zu einem Kanal, der ins offene Meer führte.

Da die beiden Zwergpottwale danach nicht mehr gesichtet wurden, kann man von einer erfolgreichen Rettungsaktion ausgehen. „Moko“ kam danach übrigens gleich wieder zurück und suchte die Nähe von Menschen.

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Hoffnung für die Amazonas-Delfine?

13. März 2008

Umfassende Flussdelfin-Zählung belegt Verbreitung in allen geeigneten Flüssen

Frankfurt: Nach sieben aufwändigen Forschungsexpeditionen stehen die Ergebnisse der bislang weltweit größten Flussdelfin-Zählung fest: Insgesamt registrierten vom WWF finanzierte Forschungsteams in Südamerika über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren 3.188 Exemplare der gefährdeten rosa und grauen Amazonas-Flussdelfine. WWF-Experte Petr Obrdlik: „Wir sind sehr erleichtert, dass wir trotz Wasserverschmutzung, Jagd und dem Bau riesiger Wasserstraßen und Dämme noch in allen geeigneten Verbreitungsgebieten beachtliche Populationen gefunden haben.“ Alles in allem schätzt man den Bestand der Amazonas-Flussdelfine auf mehrere zehntausend Tiere.

Amazonas-Flussdelfine sind in nahezu allen Gewässern zuhause, die mit den beiden großen Strömen Amazonas und Orinoko in Verbindung stehen. Man findet sie nicht nur in Flüssen und Seen, sondern bei Hochwasser sogar in überschwemmten Waldflächen und Lagunen. Die Delfine sind mittlerweile vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt: Von Fischern werden sie gejagt oder unbeabsichtigt als Beifang getötet. Hinzu kommt die steigende Umweltverschmutzung im ganzen Amazonasbecken: Aus maroden Leitungen versickert das Öl, aus der industrialisierten Landwirtschaft fließen Pestizide, der Goldrausch spült hochgiftiges Quecksilber in die Gewässer. In der Folge verändern sich die Ökosysteme der Flüsse und damit die Lebensbedingungen der sensiblen Delfine. Eine besondere Gefahr sieht WWF-Experte Petr Obrdlik in riesigen Infrastrukturprojekten, die zum Teil bereits begonnen wurden beziehungsweise geplant werden. Der Bau von Wasserstraßen und Dämmen zerschneide die „guten Stuben“ der Flussdelfine und mache ein Überleben einzelner Populationen nahezu unmöglich.

Da Petr Obrdlik selbst an ähnlichen Delfin-Zählungen am Mekong teilgenommen hat, kann er die Lage der weltweit fünf verschiedenen Arten sehr gut beurteilen: „Wenn wir verhindern wollen, dass sich die Situation der Amazonas-Delfine so zuspitzt wie bei den asiatischen Flussdelfinen, müssen wir die fortschreitende Umweltzerstörung in Amazonien umgehend beenden. Dank der aktuellen Zählung haben wir nun die erforderlichen Basisdaten, um konkret für die einzelnen Delfin-Vorkommen aktiv zu werden.“ Als Delfin-Experte ist er äußerst besorgt, denn: Die Anzahl der asiatischen Flussdelfine wie beispielsweise der Irawadi-Delfine sei bis dato so stark geschrumpft, dass bereits jeder einzelne Todesfall den Erhalt der gesamten Art bedroht.

Als Flussdelfine werden alle Zahnwale bezeichnet, die im Süßwasser vorkommen. In Südamerika leben neben dem rosa Amazonasdelfin (auch: Inia) und dem grauen Amazonasdelfin (auch: Sotalia) weitere Flussdelfine im Rio La Plata. Die asiatischen Arten sind in den Flüssen Indus, Ganges, Irawadi, Mekong, Jangste und Mahakam zuhause.

Den 21seitigen Report „First evaluation of abundance of the three river dolphin species (Inia geoffrensis, I. boliviensis, and Sotalia fluviatilis) in the Orinoco and Amazon River Basins, South America“ können Sie beim WWF herunterladen (PDF: 1,1 MB)

Dies ist eine Pressemitteilung des WWF.

Allgemein, Walschutz, Wissenschaft

Neues Forum

8. Januar 2008

Neben dem Blog gibt es bei Wale.info jetzt auch ein Forum. Unter forum.wale.info könnt ihr Fragen zum Thema stellen und diskutieren.

Viel Spaß wünscht das Team von Wale.info

Allgemein