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Archiv für die Kategorie ‘Wissenschaft’

Orcas – aus eins macht drei

24. April 2010 Keine Kommentare

Genetische Untersuchungen zeigen drei unterschiedliche Orca-Arten

bb273786-b14f-49bb-961c-b316c0182cb2 Dänische und amerikanische Forscher haben bei genetischen Analysen von 139 Gewebeproben aus unterschiedlichen Regionen entdeckt, dass der Orca oder Schwertwal  offenbar in mindestens drei unterschiedliche Arten unterteilt werden muss. Die drei Arten unterscheiden sich nicht nur wie bisher bekannt in ihrer Lebensweise und -raum, sondern weichen auch genetisch voneinaner ab. Diese Unterschiede sind nach diesen Untersuchungen größer als es die leichten optischen Unterschiede der einzelnen Arten bisher vermuten ließen.

Die Abstammungslinie der im östlichen Nordpazifik lebenden Art hat sich danach wohl bereits vor etwa 700.000 Jahren von den anderen Gruppen abgespaltet. Die anderen beiden neu identifizierten Arten leben in den südlichen Ozeanen rund um die Antarktis und entwickeln sich seit etwa 150.000 Jahren eigenständig.

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Wale nicht am Rückgang der Fischbeständen schuld

17. Februar 2009 Keine Kommentare

Eine neue Studie der Meeresbiologin Kristin Kaschner widerlegt eine alte Hypothese von Walfängern, nach der Wale in direkter Konkurrenz zur Fischerei stehen und Schuld am Rückgang von Fischbeständen sind. Aus diesem Grund fordern Walfangnationen wie Japan immer wieder die Dezimierung der Walbestände um die Fischfangmengen erhöhen zu können und versuchen auch kleiner Länder in Nordwestafrika und der Karibik dafür zu gewinnen.

In Ihrer Studie untersuchte Kristin Kaschner mit amerikanischen und kanadischen Kollegen die Gewässer vor Nordafrika und der Karibik und entwickelten anhand der Daten Modelle des Ökosystems dieser Meeresgebiete. Mit den Modellen simulierten sie, was passieren würde, wenn die Walbestände in diesen Ökosystemen verringert würden. Es zeigte sich, dass selbst eine komplette Ausrottung aller Großwale in den untersuchten Gebieten einen sehr geringen Anstieg der Nutzfischbestände bringen würde. Im Gegenzug konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass schon kleine Veränderungen im Fischereimanagement einen deutlichen Anstieg der Fischbestände zur Folge hätten.

Walfang keine Lösung

Die Wissenschaftler folgern aus ihrer Arbeit, dass Walfang keine Lösung für die massiven Fischereiprobleme – besonders für Entwicklungsländer – ist. Die Hauptprobleme liegen bei der Faktoren wie lokalem Missmanagement, der Ausbeutung tropischer mariner Ressourcen durch große Industrienationen sowie den Auswirkungen des Klimawandels. Diese Probleme müssen in einem globalen Kontext betrachtet werden und geeignetere Wege als Walfang aus der Fischereikrise gesucht werden.

Quelle: scinexx

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Vorfahre der Wale bekam Junge an Land

4. Februar 2009 5 Kommentare
maiacetus_fossils_800.jpg Der ausgestorbene Urwal Maiacetus inuus, der im Eozän vor etwa 50 Mio Jahren lebte, ist vermutlich einer der letzten Walvorfahren, der teilweise noch an Land gelebt hat. Dies fanden Forscher um Philip Gingerich von der University of Michigan heraus, als sie ein 47,5 Mio Jahre altes Fossil aus Pakistan mit einem Männchen und einem schwangeren Weibchen untersuchten. Da der schon weit entwickelte Fötus mit dem Kopf voran im Geburtskanal lag, kann man davon ausgehen, dass Maiacetus inuus seine Jungen noch an Land zur Welt gebracht hatte. Bei heutigen Walen kommt das Junge mit dem Schwanz voran zur Welt. Dadurch wird das es noch während der Geburt mit Sauerstoff versorgt, da sonst die Gefahr des Ertrinkens besteht, bevor es die Mutter an die Wasseroberfläche bringen kann.

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Maiacetus inuus gehörte der ausgestorbenen Unterordnung Archaeoceti der Säugetiere an. Er hatte zwar noch vier Gliedmaßen, mit denen er sich an Land bewegen konnte, jedoch waren die Extremitäten schon sehr an das Leben im Wasser angepasst und eigneten sich besser zum Schwimmen. Vermutlich kamen die Tiere nur noch zur Paarung und Geburt an Land und lebten ansonsten die ganze Zeit im Wasser. Der gefundene Fötus hatte schon ein gut ausgebildetes Gebiss und war vermutlich schon früh selbständig.

Link: Zeichnungen und Infos bei der University of Michigan

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Australischer Stupsfinnendelfin gesichtet

9. August 2008 Keine Kommentare

Vor der australischen Küste hatten Wissenschaftler das seltene Glück, den erst 2005 beschriebenen Australischer Stupsfinnendelfin (Orcaella heinsohni) zu filmen. Außerdem konnten sie DNA-Proben entnehmen.

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Hier finden Sie einen Bericht und Videoaufnahmen bei Spiegel.de

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Hoffnung für die Amazonas-Delfine?

13. März 2008 Keine Kommentare

Umfassende Flussdelfin-Zählung belegt Verbreitung in allen geeigneten Flüssen

Frankfurt: Nach sieben aufwändigen Forschungsexpeditionen stehen die Ergebnisse der bislang weltweit größten Flussdelfin-Zählung fest: Insgesamt registrierten vom WWF finanzierte Forschungsteams in Südamerika über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren 3.188 Exemplare der gefährdeten rosa und grauen Amazonas-Flussdelfine. WWF-Experte Petr Obrdlik: „Wir sind sehr erleichtert, dass wir trotz Wasserverschmutzung, Jagd und dem Bau riesiger Wasserstraßen und Dämme noch in allen geeigneten Verbreitungsgebieten beachtliche Populationen gefunden haben.“ Alles in allem schätzt man den Bestand der Amazonas-Flussdelfine auf mehrere zehntausend Tiere.

Amazonas-Flussdelfine sind in nahezu allen Gewässern zuhause, die mit den beiden großen Strömen Amazonas und Orinoko in Verbindung stehen. Man findet sie nicht nur in Flüssen und Seen, sondern bei Hochwasser sogar in überschwemmten Waldflächen und Lagunen. Die Delfine sind mittlerweile vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt: Von Fischern werden sie gejagt oder unbeabsichtigt als Beifang getötet. Hinzu kommt die steigende Umweltverschmutzung im ganzen Amazonasbecken: Aus maroden Leitungen versickert das Öl, aus der industrialisierten Landwirtschaft fließen Pestizide, der Goldrausch spült hochgiftiges Quecksilber in die Gewässer. In der Folge verändern sich die Ökosysteme der Flüsse und damit die Lebensbedingungen der sensiblen Delfine. Eine besondere Gefahr sieht WWF-Experte Petr Obrdlik in riesigen Infrastrukturprojekten, die zum Teil bereits begonnen wurden beziehungsweise geplant werden. Der Bau von Wasserstraßen und Dämmen zerschneide die „guten Stuben“ der Flussdelfine und mache ein Überleben einzelner Populationen nahezu unmöglich.

Da Petr Obrdlik selbst an ähnlichen Delfin-Zählungen am Mekong teilgenommen hat, kann er die Lage der weltweit fünf verschiedenen Arten sehr gut beurteilen: „Wenn wir verhindern wollen, dass sich die Situation der Amazonas-Delfine so zuspitzt wie bei den asiatischen Flussdelfinen, müssen wir die fortschreitende Umweltzerstörung in Amazonien umgehend beenden. Dank der aktuellen Zählung haben wir nun die erforderlichen Basisdaten, um konkret für die einzelnen Delfin-Vorkommen aktiv zu werden.“ Als Delfin-Experte ist er äußerst besorgt, denn: Die Anzahl der asiatischen Flussdelfine wie beispielsweise der Irawadi-Delfine sei bis dato so stark geschrumpft, dass bereits jeder einzelne Todesfall den Erhalt der gesamten Art bedroht.

Als Flussdelfine werden alle Zahnwale bezeichnet, die im Süßwasser vorkommen. In Südamerika leben neben dem rosa Amazonasdelfin (auch: Inia) und dem grauen Amazonasdelfin (auch: Sotalia) weitere Flussdelfine im Rio La Plata. Die asiatischen Arten sind in den Flüssen Indus, Ganges, Irawadi, Mekong, Jangste und Mahakam zuhause.

Den 21seitigen Report „First evaluation of abundance of the three river dolphin species (Inia geoffrensis, I. boliviensis, and Sotalia fluviatilis) in the Orinoco and Amazon River Basins, South America“ können Sie beim WWF herunterladen (PDF: 1,1 MB)

Dies ist eine Pressemitteilung des WWF.

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Grindwale in Neuseeland gestrandet

23. Januar 2008 Keine Kommentare

An Strand von Farewell Spit auf der neuseeländischen Südinsel sind mehrere Grindwale gestandet. 12 Tiere, darunter auch mehrere Jungtiere, sind schon verendet. 15 weitere Tiere konnten nach Medienberichten von Helfern wieder ins tiefere Wasser der Golden Bay gebracht werden. Da sich die Tiere weiterhin gefährlich nahe am Stand aufhalten und die Flut bald einsetzt, sind sie allerdings noch nicht außer Gefahr und werden deshalb von der Umweltbehörde per Flugzeug beobachtet.

An ähnlicher Stelle stranden immer wieder Grindwale. So gab es vor zwei Jahre erst eine Massenstrandung mit 178 Tiere und 1993 konnten ca. 100 Wale nach einer Strandung wieder gerettet werden.

Die Gründe für solche Massenstrandungen sind noch weitgehend ungeklärt und vermutlich auch von Fall zu Fall verschieden. An Stellen wie hier in Farewell Spit, wo häufig Strandungen beobachtet werden, scheinen geografische Bedingungen dies zu begünstigen. Auch sind vermutlich Erkrankungen, bei denen das Leittier die Orientierung verlieren kann, mit daran beteiligt. Aufgrund mehrerer beobachteter Fälle ist relativ sicher, dass niederfrequente Sonargeräte des Militärs zum Aufspüren von U-Booten zu Schäden am Innenohr von Walen und zu Orientierungslosigkeit führen kann.

Update: Nach Angaben von Helfern vor Ort sollen bisher mindestens 15 Grindwale gestrandet sein. Außerdem hält sich eine weitere Gruppe mit ca. 30 Tieren in dem Gebiet und es besteht die Gefahr, dass diese Tiere auch stranden. Zusätzlich behindert stürmisches Wetter die Arbeiten der Helfer bei den Versuchen, die Tiere wieder ins tiefere Wasser zu bringen.


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Neuer Vorfahre der Wale gefunden

21. Dezember 2007 2 Kommentare

Wissenschafter um Hans Thewissen der Northeastern Ohio Universities Colleges of Medicine in Rootstown berichten in der neusten Ausgabe von Nature (Band 450, Seite 1190), dass sie einen nahen vierbeinigen Verwandten der Wale gefunden haben. Es handelt sich um einen Paarhufer namens Indohyus, der vor circa 48 Millionen Jahren in Indien lebte.

Indohyus

Zeichnung: Neoucom / Carl Buell

Indohyus war etwas so groß wie ein Fuchs, ähnelte aber eher heutigen Hirschen. Anhand bestimmter Schlüsselmerkmale im Schädel und am Ohr konnten die Forscher die Fossilien als nächste Verwandte der Wale identifizieren. Durch genauere Untersuchungen der Knochenstruktur konnte außerdem eine Verdickung der äußeren Schichten der Knochen nachgewiesen werden – ein Osteosklerose genanntes Phänomen, welches durch das zusätzliche Gewicht den Tieren das Gehen im Wasser erleichterte. Solche Knochenverdickungen findet man auch bei rezenten im Wasser watenden Tieren wie den Flusspferden. Indohyus hat sich also sehr wahrscheinlich schon häufig im Wasser aufgehalten. Diese Annahme wird auch noch durch Zahnanalysen gestützt, die Ähnlichkeiten zu anderen im Wasser lebenden Tieren aufzeigen.

Indohyus ähnelte der Familie der heutigen Hirschferkel (Tragulidae), welche in den Tropen Afrikas und Asiens vorkommen. Diese Paarhufer können bei Gefahr ins Wasser springen und unter Wasser flüchten. In folgendem Video kann man sehen, wie ein Tier vor einem Greifvogel flieht.

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Orcas auf Robbenjagd

18. Dezember 2007 1 Kommentar

Dass Orcas geschickte Jäger sind und teilweise außergewöhnliche Jagdtechniken anwenden, ist schon lange bekannt. Jetzt haben Forscher einer internationale Gruppe um Ingrid Visser vom Orca Research Trust im neuseeländischen Tutukaka im Journal „Marine Mammals“ von einer ganz besonderen Taktik von Orcas im Eismeer berichtet. Hat eine Robbe oder ein Pinguin auf einer Einscholle Schutz gesucht und ist somit für die Orcas eigentlich unerreichbar, schwimmen die Wale erst eine Weile um die Scholle herum und versuchen Eisstücke abzubrechen, um sie dann von der Einsscholle in offene Wasser zu schieben. Dann schwimmen mehrere Orcas kurz unter der Wasseroberfläche parallel auf die Eisscholle zu, sodass ihre Bugwelle über die Scholle schwappt und die Beute ins Wasser spült.

Mehrfach wurde auch beobachtet, wie ein Orca die Robbe wieder auf die Eisscholle brachte. Dies soll vermutlich Jungtieren die Möglichkeit geben, es selbst auszuprobieren und so diese Jagdtechnik zu erlernen.

Auf diesem Video haben die Forscher das Verhalten festgehalten.

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Wale ungewöhnlich weit nördlich

8. November 2007 Keine Kommentare

Wie die für Ölbohrungen zuständige US-Behörde mitgeteilt hat, wurden in diesem Sommer Buckelwale und Finnwale ungewöhnlich weit nördlich vor der Küste Alaskas gesichtet. Die Gründe dafür sind noch nicht bekannt. Es könnte einerseits für eine Erholung der Bestände und eine Ausdehnung des Verbreitungsgebiets sprechen, andererseits könnten die Gründe auch am weltweiten Klimawandel liegen.

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Mehr tote Schweinswale in der Ostsee

6. November 2007 Keine Kommentare

In der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern wurden in den letzten Jahren immer mehr tote Schweinswale (Phocoena phocoena) gefunden. Allein seit Januar 2007 verzeichnete das Deutschen Meeresmuseums in Stralsund 54 Funde von toten Schweinswalen. Wie der Meeresbiologe Klaus Harder am Rande einer Tagung zu Delfinen und Schweinswalen sagte, hat sich damit die Zahl der Totfunde in den letzten 10 Jahren fast verdreifacht.

Die Gründe dafür sind momentan noch unklar. Nach einer letzten Flugzählung aus dem Jahre 1995 und daraus resultierenden Schätzung der Population, gibt es nur noch etwa 600 Schweinswale in der Ostsee. Ein positiver Grund für die Zunahme der Totfunde könnte sein, dass sich die Ostseepopulation in den letzten Jahren erholt hat und es damit auch mehr tote Tieren gibt. Allerdings kann es auch sein, dass die Gefahren durch den zunehmenden Schiffsverkehr und die Lärmbelastung zugenommen hat. Die relativ kleine Ostsee befahren jählich etwa 65.000 Frachtschiffe, womit sie zu den meistbefahrenen Meeren der Erde zählt. Harder führt als weiterer Möglichkeit für die gestiegene Zahl der Schweinswalfunde noch an, dass die Strandbesucher und Fische immer mehr sensibilisiert sind und mehr tote Schweinswale den Behörden melden.

Die Gefahren durch die Fischerei scheinen hingegen nicht so groß zu sein, wie oftmals angenommen. Von den in diesem Jahr gefunden 54 Tieren, waren nur zwei als echte Beifänge zu identifizieren.

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