In Neuseeland hat das Delfinweibchen „Moko“ zwei Zwergpottwale – eine Mutter mit ihrem Kalb – gerettet, nachdem diese in Mahia Beach, rund 500 Kilometer nordöstlich von Wellington/Neuseeland, gestrandet waren. Tierschützer hatten vergeblich versucht die beiden Wale wieder ins offene Wasser zu bringen. Die Tiere waren aufgrund der Strapazen sehr geschwächt und strandeten immer wieder auf einer Sandbank. Malcolm Smith, ein Mitarbeiter der Umweltbehörde, sagte „Wir hatten schon befürchtet, die Tiere einschläfern zu müssen, um ihnen einen qualvollen Tod zu ersparen“.
Womit die Tierschützer jedoch nicht gerechnet hatten, war das Delfinweibchen „Moko“, welches seit ca. einem Jahr immer wieder in der Buch auftaucht und die Nähe zum Menschen sucht. „Moko“ hatte offenbar die „Hilferufe“ der beiden Wale gehört und näherte sich ihnen. Nach Angaben von Augenzeugen kommunizierten die Wale offenbar miteinander. „Moko“ führte die beiden Wale dann 200 Meter parallel vom Strand zu einem Kanal, der ins offene Meer führte.
Da die beiden Zwergpottwale danach nicht mehr gesichtet wurden, kann man von einer erfolgreichen Rettungsaktion ausgehen. „Moko“ kam danach übrigens gleich wieder zurück und suchte die Nähe von Menschen.
Umfassende Flussdelfin-Zählung belegt Verbreitung in allen geeigneten Flüssen
Frankfurt: Nach sieben aufwändigen Forschungsexpeditionen stehen die Ergebnisse der bislang weltweit größten Flussdelfin-Zählung fest: Insgesamt registrierten vom WWF finanzierte Forschungsteams in Südamerika über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren 3.188 Exemplare der gefährdeten rosa und grauen Amazonas-Flussdelfine. WWF-Experte Petr Obrdlik: „Wir sind sehr erleichtert, dass wir trotz Wasserverschmutzung, Jagd und dem Bau riesiger Wasserstraßen und Dämme noch in allen geeigneten Verbreitungsgebieten beachtliche Populationen gefunden haben.“ Alles in allem schätzt man den Bestand der Amazonas-Flussdelfine auf mehrere zehntausend Tiere.
Amazonas-Flussdelfine sind in nahezu allen Gewässern zuhause, die mit den beiden großen Strömen Amazonas und Orinoko in Verbindung stehen. Man findet sie nicht nur in Flüssen und Seen, sondern bei Hochwasser sogar in überschwemmten Waldflächen und Lagunen. Die Delfine sind mittlerweile vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt: Von Fischern werden sie gejagt oder unbeabsichtigt als Beifang getötet. Hinzu kommt die steigende Umweltverschmutzung im ganzen Amazonasbecken: Aus maroden Leitungen versickert das Öl, aus der industrialisierten Landwirtschaft fließen Pestizide, der Goldrausch spült hochgiftiges Quecksilber in die Gewässer. In der Folge verändern sich die Ökosysteme der Flüsse und damit die Lebensbedingungen der sensiblen Delfine. Eine besondere Gefahr sieht WWF-Experte Petr Obrdlik in riesigen Infrastrukturprojekten, die zum Teil bereits begonnen wurden beziehungsweise geplant werden. Der Bau von Wasserstraßen und Dämmen zerschneide die „guten Stuben“ der Flussdelfine und mache ein Überleben einzelner Populationen nahezu unmöglich.
Da Petr Obrdlik selbst an ähnlichen Delfin-Zählungen am Mekong teilgenommen hat, kann er die Lage der weltweit fünf verschiedenen Arten sehr gut beurteilen: „Wenn wir verhindern wollen, dass sich die Situation der Amazonas-Delfine so zuspitzt wie bei den asiatischen Flussdelfinen, müssen wir die fortschreitende Umweltzerstörung in Amazonien umgehend beenden. Dank der aktuellen Zählung haben wir nun die erforderlichen Basisdaten, um konkret für die einzelnen Delfin-Vorkommen aktiv zu werden.“ Als Delfin-Experte ist er äußerst besorgt, denn: Die Anzahl der asiatischen Flussdelfine wie beispielsweise der Irawadi-Delfine sei bis dato so stark geschrumpft, dass bereits jeder einzelne Todesfall den Erhalt der gesamten Art bedroht.
Als Flussdelfine werden alle Zahnwale bezeichnet, die im Süßwasser vorkommen. In Südamerika leben neben dem rosa Amazonasdelfin (auch: Inia) und dem grauen Amazonasdelfin (auch: Sotalia) weitere Flussdelfine im Rio La Plata. Die asiatischen Arten sind in den Flüssen Indus, Ganges, Irawadi, Mekong, Jangste und Mahakam zuhause.
Den 21seitigen Report „First evaluation of abundance of the three river dolphin species (Inia geoffrensis, I. boliviensis, and Sotalia fluviatilis) in the Orinoco and Amazon River Basins, South America“ können Sie beim WWF herunterladen (PDF: 1,1 MB)
An Strand von Farewell Spit auf der neuseeländischen Südinsel sind mehrere Grindwale gestandet. 12 Tiere, darunter auch mehrere Jungtiere, sind schon verendet. 15 weitere Tiere konnten nach Medienberichten von Helfern wieder ins tiefere Wasser der Golden Bay gebracht werden. Da sich die Tiere weiterhin gefährlich nahe am Stand aufhalten und die Flut bald einsetzt, sind sie allerdings noch nicht außer Gefahr und werden deshalb von der Umweltbehörde per Flugzeug beobachtet.
An ähnlicher Stelle stranden immer wieder Grindwale. So gab es vor zwei Jahre erst eine Massenstrandung mit 178 Tiere und 1993 konnten ca. 100 Wale nach einer Strandung wieder gerettet werden.
Die Gründe für solche Massenstrandungen sind noch weitgehend ungeklärt und vermutlich auch von Fall zu Fall verschieden. An Stellen wie hier in Farewell Spit, wo häufig Strandungen beobachtet werden, scheinen geografische Bedingungen dies zu begünstigen. Auch sind vermutlich Erkrankungen, bei denen das Leittier die Orientierung verlieren kann, mit daran beteiligt. Aufgrund mehrerer beobachteter Fälle ist relativ sicher, dass niederfrequente Sonargeräte des Militärs zum Aufspüren von U-Booten zu Schäden am Innenohr von Walen und zu Orientierungslosigkeit führen kann.
Update: Nach Angaben von Helfern vor Ort sollen bisher mindestens 15 Grindwale gestrandet sein. Außerdem hält sich eine weitere Gruppe mit ca. 30 Tieren in dem Gebiet und es besteht die Gefahr, dass diese Tiere auch stranden. Zusätzlich behindert stürmisches Wetter die Arbeiten der Helfer bei den Versuchen, die Tiere wieder ins tiefere Wasser zu bringen.
Januar 19th, 2008 by admin, Filed under - Walschutz
Die Regierung von Costa Rica hat ein Dekret veröffentlich, in dem sämtliche territorialen Gewässer im Pazifik und in der Karibik zu Schutzgebieten für Wale erklärt werden. Einige Gebiete, wie bspw. das von der Halbinsel Osa gebildete Fjord Golfo Dulce, werden regelmäßig von verschiedenen Wal- und Delfinarten aufgesucht. Die Initiative soll den internationalen Kampf zum Schutz der Meeresressourcen unterstützen, hieß es von der Regierung.
Januar 18th, 2008 by admin, Filed under - Walschutz
Die beiden seit Dienstag an Board eines japanischen Walfangschiffes festgehaltenen Tierschützer der „Sea Shepherd Conservation Society“ wurden am späten Donnerstagabend einem australischem Zollschiff „Ocean Viking“ übergeben. Durch die Vermittlung und den Druck der australische Regierung scheint der Konflikt nun vorerst ausgestanden.
Dir zwei Aktivisten der Tierschutzorganisation „Sea Shepherd“ um Paul Watson waren am Dienstag an Bord des japanischen Walfangschiffes „Yushin Maru 2“ geklettert, um nach Angaben der Organisation eine Petition zur Einstellung des Walfangs zu übergeben. Die Besatzung des Walfangschiffes hatte sie anschließend auf dem Schiff festhalten und sie der Piraterie beschuldigt.
Dezember 22nd, 2007 by admin, Filed under - Walschutz
Nach weltweiten Prosten auf die Ankündigung von Japan im November, in der Walfangsaison 2007/2008 bis zu 50 Buckelwale zu „wissenschaftlichen Zwecken“ zu fangen, hat die Regierung jetzt eingelenkt und verzichtet vorerst auf die Jagd auf diese Tiere. Vor allen Australien und Neuseeland hatten Japan scharf kritisiert und die USA warnten Japan davor, dass einige Staaten aus Protest die IWC-Sitzungen boykottieren könnten. Japans Regierungssprecher Nobutaka Machimura kommentierte die Entscheidung mit den Worten „Ich hoffe, dass sich unsere Beziehungen zu Australien verbessern“. Begründet wurde die Entscheidung offiziell mit den laufenden Verhandlungen innerhalb der Internationalen Walfangkommission (IWC).
Unberührt von dem Verzicht der Buckelwal-Jagd bleibt die Jagd auf andere Walarten. So sollen in dieser Saison 935 Zwergwale und 50 Finnwale (angeblich zu Forschungszwecken) getötet werden.
Dezember 21st, 2007 by admin, Filed under - Wissenschaft
Wissenschafter um Hans Thewissen der Northeastern Ohio Universities Colleges of Medicine in Rootstown berichten in der neusten Ausgabe von Nature (Band 450, Seite 1190), dass sie einen nahen vierbeinigen Verwandten der Wale gefunden haben. Es handelt sich um einen Paarhufer namens Indohyus, der vor circa 48 Millionen Jahren in Indien lebte.
Zeichnung: Neoucom / Carl Buell
Indohyus war etwas so groß wie ein Fuchs, ähnelte aber eher heutigen Hirschen. Anhand bestimmter Schlüsselmerkmale im Schädel und am Ohr konnten die Forscher die Fossilien als nächste Verwandte der Wale identifizieren. Durch genauere Untersuchungen der Knochenstruktur konnte außerdem eine Verdickung der äußeren Schichten der Knochen nachgewiesen werden – ein Osteosklerose genanntes Phänomen, welches durch das zusätzliche Gewicht den Tieren das Gehen im Wasser erleichterte. Solche Knochenverdickungen findet man auch bei rezenten im Wasser watenden Tieren wie den Flusspferden. Indohyus hat sich also sehr wahrscheinlich schon häufig im Wasser aufgehalten. Diese Annahme wird auch noch durch Zahnanalysen gestützt, die Ähnlichkeiten zu anderen im Wasser lebenden Tieren aufzeigen.
Indohyus ähnelte der Familie der heutigen Hirschferkel (Tragulidae), welche in den Tropen Afrikas und Asiens vorkommen. Diese Paarhufer können bei Gefahr ins Wasser springen und unter Wasser flüchten. In folgendem Video kann man sehen, wie ein Tier vor einem Greifvogel flieht.
Dass Orcas geschickte Jäger sind und teilweise außergewöhnliche Jagdtechniken anwenden, ist schon lange bekannt. Jetzt haben Forscher einer internationale Gruppe um Ingrid Visser vom Orca Research Trust im neuseeländischen Tutukaka im Journal „Marine Mammals“ von einer ganz besonderen Taktik von Orcas im Eismeer berichtet. Hat eine Robbe oder ein Pinguin auf einer Einscholle Schutz gesucht und ist somit für die Orcas eigentlich unerreichbar, schwimmen die Wale erst eine Weile um die Scholle herum und versuchen Eisstücke abzubrechen, um sie dann von der Einsscholle in offene Wasser zu schieben. Dann schwimmen mehrere Orcas kurz unter der Wasseroberfläche parallel auf die Eisscholle zu, sodass ihre Bugwelle über die Scholle schwappt und die Beute ins Wasser spült.
Mehrfach wurde auch beobachtet, wie ein Orca die Robbe wieder auf die Eisscholle brachte. Dies soll vermutlich Jungtieren die Möglichkeit geben, es selbst auszuprobieren und so diese Jagdtechnik zu erlernen.
Auf diesem Video haben die Forscher das Verhalten festgehalten.
Wie die für Ölbohrungen zuständige US-Behörde mitgeteilt hat, wurden in diesem Sommer Buckelwale und Finnwale ungewöhnlich weit nördlich vor der Küste Alaskas gesichtet. Die Gründe dafür sind noch nicht bekannt. Es könnte einerseits für eine Erholung der Bestände und eine Ausdehnung des Verbreitungsgebiets sprechen, andererseits könnten die Gründe auch am weltweiten Klimawandel liegen.