Wozu braucht Kanada die Robbenjagd?

22. April 2009 3 Kommentare

Pressemitteilung der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e.V.

Wozu braucht Kanada die Robbenjagd?

Weshalb sich das Land mit Begründungen schwer tut

Von Ulrich Schnapauff

Kanada ist die siebtgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Das Land verfügt  auch immer noch über viel Natur, aber nicht minder bedeutend ist die Rolle des US-Nachbarn auf dem Gebiet der Hochtechnologie. Ein Beispiel dafür sehen wir täglich auf unseren Flughäfen: 70 Maschinen  in der Flotte der Lufthansa sind made in Canada. Hersteller: die kanadische Firma Bombardier.

Als Wirtschaftsfaktor ist die alljährliche Robbenjagd mit ihrem Umsatz von 15 bis 25 Mio kanadischen Dollar völlig unbedeutend. An Gesamt-Kanadas Bruttosozialprodukt macht der Anteil der Robbenjagd 0,0009 Prozent aus.

Weshalb dann setzt Kanada jedes Jahr seinen guten Ruf aufs Spiel und veranstaltet mit der Robbenjagd das weltweit größte Massaker an Meeressäugetieren? Sorgt dafür, dass wenige Wochen alte Tierbabys totgeschlagen, abgestochen und geschossen werden und Unmengen von Blut fließen und reinweißes Eis großflächig rot färben? Und damit in der ganzen Welt Abscheu erregt?

Wie kann ein Land so dumm sein?

Die kanadische Regierung wartet natürlich mit Argumenten auf. Sie sind aber nicht überzeugend und wechseln außerdem von Jahr zu Jahr.

Zuallererst, als nach längerer Pause im Jahr 1996 die Robbenjagd wieder aufgenommen wurde, hieß es aus der Landeshauptstadt Ottawa: Die Robben haben uns den Kabeljau weggefressen und 20.000 Fischer arbeitslos gemacht.

Diese Behauptung sollte die verfehlte Überfischungs-Politik des Landes verdecken. Der Kabeljau taucht auf dem Speisezettel der Robben tatsächlich nur ganz unten auf. Inzwischen arbeitet Ottawa auch nicht mehr mit diesem Argument.

Wenn die Robben schuld gewesen wären am Zusammenbrechen der Kabeljaubestände, müssten sonst auch jetzt, da der Kabeljau nicht mehr da ist, verhungerte Robben zu Tausenden an die Küsten geschwemmt werden. Das ist aber nicht der Fall.

Dann hieß es: Im Handel mit den Penissen der männlichen Robben tut sich auf asiatischen Märkten ein großes Wirtschaftspotential auf. Mit dieser Verlockung war aber sehr bald Schluss, denn der kanadischen Regierung wurde klar, dass der Handel mit Penissen einer Kulturnation nicht gut zu Gesicht steht.

Als nächstes hieß es: Die Bekleidungsindustrien der Welt rufen nach den Fellen der Meeressäuger. Das war ganz schön geflunkert, denn ein Mangel an Bekleidung war weltweit nicht sichtbar. Speziell entwickelte Stoffe wie „polar fleece“ haben Felle längst ersetzt. Die Regierung musste deshalb erst einmal jede Menge Kommissionen in alle Länder der Welt schicken, um für Pelze zu werben.

Das Geschäft kam niemals so recht in Gang. Bezeichnend, dass man selbst in Kanada lange nach einem Laden suchen muss, in dem man ein Robbenfell-Produkt kaufen kann.

Irgendwann hieß die Parole dann: Robben-Öl. Der Tran der Tiere enthalte die – auch von Lachs, Makrele und Hering bekannten – wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die Menschen vor dem Herzinfarkt bewahren könne. Aber von dem bevorstehenden dicken Geschäft so richtig überzeugt schienen  die Kanadier nicht zu sein. Vielfach verschwieg man die Quelle des Öls, die Robben, und ließ es als „marine oil“ firmieren, also als Öl aus dem Meer.

Traurige Begebenheit am Rande: Mitten in der Kampagne für das gesunde Robbenöl brach ihr größter Propagandist, der neufundländische Fischereiminister und langjährige Konsument John Efford, gesundheitlich zusammen und bot nur noch ein Bild des Jammers.

Zur Zeit zaubern kanadische Regierungsvertreter ein neues Kaninchen aus dem Hut: Die Herzen der jungen Robben seien vorzüglich geeignet als Lieferanten neuer Herzklappen für Menschen. Auch mit den Speise- und Luftröhren der Tiere könnte man Menschen mit verkrebsten Röhren wieder zu einem lebenswerten Leben verhelfen.

Die Kanadier verweisen auf entsprechende Behauptungen eines griechischen Arztes. Eine Argumentation, hinter der ziemliche Verzweiflung stehen muss, denn die griechische Herzchirurgie spielt in der internationalen Liga dieses Fachs gar nicht mit. Deutsche Herzchirurgen erklären dazu: Es besteht überhaupt kein Mangel an Herzklappen, die vom Schwein gewonnen werden.

Also dürfte auch diese Kampagne bald ins Leere laufen.

Immer wieder präsentieren die kanadischen Medien Fischer von der Ostküste, die erklären, dass ihre Familien ohne Robbenjagd verhungern müssten. Es sind aber nur 4.400 Fischer, die sich an der Robbenjagd beteiligen. Alle anderen hungern? Von der neufundländischen Bevölkerung etwa  haben 99,5 Prozent mit der Robbenjagd gar nichts zu tun. Und hungern auch nicht.

Wenn man die mit der Robbenjagd verbundenen inakzeptablen Grausamkeiten beiseite lässt und nur nach dem Wirtschaftswert fragt, hat das brutale Metier jedem Robbenjäger am Ende ganze 773 kanadische Dollar gebracht. Das sind etwa  500 Euro.

Verschwiegen wird dabei auch noch, dass offene und verdeckte Subventionen fließen. Sie dürften sich für die letzten Jahre wahrscheinlich auf 20 Mio kanadische Dollar summieren.

Noch grotesker ist es, wenn offzielle Websites der Regierung davon sprechen, dass diese Robbenjagd für die Inuit besonders wichtig ist. Glatter Unsinn: An der Robbenjagd an der Ostküste ist kein einziger Ureinwohner beteiligt. Die leben viel weiter nördlich.

Das vielfach gepflegte Image von Neufundland als einer Küstenregion, die vom Meer und von Meeresprodukten lebt, ist auch falsch. Die Provinz trägt sich hauptsächlich durch Holzwirtschaft; Bergbau und Tourismus. Der Anteil der Fischindustrie am Bruttosozialprodukt beträgt ganze 3,9 Prozent. Der Anteil der Robbenjagd: 0,064 Prozent. Weiter stark im Kommen ist der Tourismus. Mit Bootstouren zur Beobachtung von Walen nimmt Neufundland mehr ein als mit der Robbenjagd.

Sehen dies die Kanadier nicht selbst? Sie sehen es. Aber hinter vorgehaltener Hand sagen uns Leute aus Ottawa, was das eigentliche Problem ist: Die kanadische Ostküste ist im Vergleich zur Westküste mit Vancouver als Zentrum unterentwickelt. Die Bewohner sind konservativ, beharren auf alten Traditionen und zeigen sich für Neues nicht aufgeschlossen. In den Wintern kommt der Fischfang zum Erliegen. Ganze Teile der Bevölkerung hängen untätig herum. Da eignet sich die Robbenjagd als Beschäftigungstherapie.

Hinzu kommt natürlich der Irrglaube nicht nur der kanadischen, sondern aller Fischer dieser Welt: Die Robben fressen uns die Fische weg. Deshalb müssen sie weg.

Irgendwann wird Kanada erkennen, dass die Robbenjagd wenig Sinn macht. Fragt sich nur: wann?

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Erneut Wale in Australien gestrandet

24. März 2009 Keine Kommentare

An der Westküste Australiens sind schon wieder Wale gestrandet. Helfer entdeckten am Montagmorgen eine Gruppe von ca. 80 Kleinen Schwertwalen und Großen Tümmlern an einem Strand 270 Kilomenter südlich von Perth. Obwohl Dutzende Freiwillige alles unternahmen, die Wale wieder ins Meer zu bugsieren, starben mindestens 67 Tiere.

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Mehr als 110 tote Schweinswale

13. März 2009 Keine Kommentare

Seit Dezember 2008 wurden an den Küsten der Niederlande mehr als 110 tote Schweinswale (Phocoena phocoena) angespült. Die Tiere waren zum Teil „furchtbar zerstückelt“, was auf einen Fischerei-Skandal hindeutet, teilte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine mit. Noch nie wurden so viele tote und verstümmelte Schweinswale angespült, so die holländische Polizei, die von einem Rätsel spricht. Die Kadaver der Schweinswale werden zurzeit an der Universität Utrecht untersucht. Tierschützer nehmen an, dass sich die Schweinswale in den Netzen von Fischerbooten verfangen haben und ertrunken sind oder von Fischern getötet wurden.

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200 Wale vor Australien gestrandet (Update)

2. März 2009 Keine Kommentare

Gestern Nacht sind an einem Strand der Insel King Island zwischen dem australischen Festland und Tasmanien etwa 200 Wale (hauptsächlich Grindwale und einige Delfine) gestrandet. Erste eingetroffene Helfer berichten, dass nur noch 60 der gestrandeten Tiere leben. Tierschützer und Anwohner versuchen die Tiere feucht zu halten und bis zum Eintreffen der Flut vor der Austrocknung zu schützen.

Die Gründe für die Strandung sind noch unklar. Auch wenn die Zahl der gestrandeten Tiere ziemlich hoch ist, kommt es leider immer wieder vor, dass sich Wale in seichtes Gewässer verirren und stranden.


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Update: Der unermütliche Einsatz der Helfer wurde zumindest teilweise belohnt. Wie der Wildhüter Chris Arthur berichtet, konnten 54 der gestrandeten Wale und Delfine bei einsetzender Flut wieder ins offene Wasser gebracht werden. Alle Tiere wurden laut Behörden mit Peilsendern versehen, sodass ihr Standort eine Weile verfolgt werden kann.

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Wale nicht am Rückgang der Fischbeständen schuld

17. Februar 2009 Keine Kommentare

Eine neue Studie der Meeresbiologin Kristin Kaschner widerlegt eine alte Hypothese von Walfängern, nach der Wale in direkter Konkurrenz zur Fischerei stehen und Schuld am Rückgang von Fischbeständen sind. Aus diesem Grund fordern Walfangnationen wie Japan immer wieder die Dezimierung der Walbestände um die Fischfangmengen erhöhen zu können und versuchen auch kleiner Länder in Nordwestafrika und der Karibik dafür zu gewinnen.

In Ihrer Studie untersuchte Kristin Kaschner mit amerikanischen und kanadischen Kollegen die Gewässer vor Nordafrika und der Karibik und entwickelten anhand der Daten Modelle des Ökosystems dieser Meeresgebiete. Mit den Modellen simulierten sie, was passieren würde, wenn die Walbestände in diesen Ökosystemen verringert würden. Es zeigte sich, dass selbst eine komplette Ausrottung aller Großwale in den untersuchten Gebieten einen sehr geringen Anstieg der Nutzfischbestände bringen würde. Im Gegenzug konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass schon kleine Veränderungen im Fischereimanagement einen deutlichen Anstieg der Fischbestände zur Folge hätten.

Walfang keine Lösung

Die Wissenschaftler folgern aus ihrer Arbeit, dass Walfang keine Lösung für die massiven Fischereiprobleme – besonders für Entwicklungsländer – ist. Die Hauptprobleme liegen bei der Faktoren wie lokalem Missmanagement, der Ausbeutung tropischer mariner Ressourcen durch große Industrienationen sowie den Auswirkungen des Klimawandels. Diese Probleme müssen in einem globalen Kontext betrachtet werden und geeignetere Wege als Walfang aus der Fischereikrise gesucht werden.

Quelle: scinexx

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Vorfahre der Wale bekam Junge an Land

4. Februar 2009 5 Kommentare
maiacetus_fossils_800.jpg Der ausgestorbene Urwal Maiacetus inuus, der im Eozän vor etwa 50 Mio Jahren lebte, ist vermutlich einer der letzten Walvorfahren, der teilweise noch an Land gelebt hat. Dies fanden Forscher um Philip Gingerich von der University of Michigan heraus, als sie ein 47,5 Mio Jahre altes Fossil aus Pakistan mit einem Männchen und einem schwangeren Weibchen untersuchten. Da der schon weit entwickelte Fötus mit dem Kopf voran im Geburtskanal lag, kann man davon ausgehen, dass Maiacetus inuus seine Jungen noch an Land zur Welt gebracht hatte. Bei heutigen Walen kommt das Junge mit dem Schwanz voran zur Welt. Dadurch wird das es noch während der Geburt mit Sauerstoff versorgt, da sonst die Gefahr des Ertrinkens besteht, bevor es die Mutter an die Wasseroberfläche bringen kann.

maiacetus_no_skel.jpg

Maiacetus inuus gehörte der ausgestorbenen Unterordnung Archaeoceti der Säugetiere an. Er hatte zwar noch vier Gliedmaßen, mit denen er sich an Land bewegen konnte, jedoch waren die Extremitäten schon sehr an das Leben im Wasser angepasst und eigneten sich besser zum Schwimmen. Vermutlich kamen die Tiere nur noch zur Paarung und Geburt an Land und lebten ansonsten die ganze Zeit im Wasser. Der gefundene Fötus hatte schon ein gut ausgebildetes Gebiss und war vermutlich schon früh selbständig.

Link: Zeichnungen und Infos bei der University of Michigan

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45 Pottwale vor Tasmanien gestrandet

23. Januar 2009 Keine Kommentare

Vor der australischen Insel Perkins, nordwestlich von Tasmanien, sind 45 Pottwale gestrandet. Tierschützer kämpfen momentan darum, 7 noch lebende Tiere vor dem Austrocknen zu bewahren. Die Helfer hoffen, dass sie die Wale bei der nächsten Flut wieder in offene Meer bringen können. Erschwert wird dies durch viele Sandbänke in diesem Gebiet.

Die Gründe für die Strandung sind noch unklar. Liz Wren vom Tasmania Parks and Wildlife Service vermutet, dass die Pottwale bei rauer See möglicherweise die Orientierung in der schmalen Seestrasse zwischen dem australischen Festland und der Insel Perkins verloren haben.

Leider handelt es sich bei der Strandung um keinen Einzelfall. In den vergangenen zwei Monaten sind im Nordwesten von Tasmanien 250 Wale gestrandet. Trotz meist schnell eingeleiteter Rettungsaktionen verenden die meisten Tiere dabei, da sie unter ihrem eigenen Gewicht erdrückt werden.

Ein Video dazu gibt es bei SPON.

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Australischer Stupsfinnendelfin gesichtet

9. August 2008 Keine Kommentare

Vor der australischen Küste hatten Wissenschaftler das seltene Glück, den erst 2005 beschriebenen Australischer Stupsfinnendelfin (Orcaella heinsohni) zu filmen. Außerdem konnten sie DNA-Proben entnehmen.

orcaella_heinsohni.jpg

 

Hier finden Sie einen Bericht und Videoaufnahmen bei Spiegel.de

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Buckelwal vor Rügen gesichtet

30. Juli 2008 1 Kommentar

Buckelwal (Megaptera novaeangliae) Wie heute bekannt wurde, haben Biologen am Freitag vor Rügen einen etwa 12 Meter langen Buckelwal beobachtet und fotografiert. Die Biologen beobachteten am Cap Arcona Vögel und sahen auf einmal vor der Küste einen Wal. Trotz der Entfernung konnten sie anhand der charakteristischen, ⅓ der Körperlänge erreichenden Flipper, gut erkennen, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Sie konnten den Wal gut zwei Stunden lang dabei beobachten, wie er mehrfach hoch aus dem Wasser schoss und sich zurückfallen lies. Das ist eine typische Verhaltensweise von Buckelwalen.

Vermutlich ist der Wal bei seiner üblichen Sommerroute in die Antarktis einem Fischschwarm gefolgt und dabei durch die Nordsee in die Ostsee gelangt. Wie lange er sich hier aufhalten wird, ist ungewiss. Die Ostsee bietet diesen Tieren zu wenig Nahrung, allerdings können Buckelwale auch ohne ausreichende Nahrung eine ganze Weile auskommen. 

Buckelwale in der Ostsee kommen sehr selten vor. Der letzte Fall, dass in Deutschland ein Buckelwal gesichtet wurde, liegt schon 30 Jahre zurück. Damals am 24. August 1978 wurde ein gut 10 Meter langer Buckelwal ebenfalls vor Rügen gesichtet. Davor liegt die letzte dokumentierte Sichtung aus dem Jahr 1851 schon weit über 100 Jahre zurück.

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WWF: Wale nicht schuld an Überfischung

24. Juni 2008 Keine Kommentare

WWF-Berichte decken Schein-Argumente der Walfangnationen auf

Zu Beginn der 60. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Santiago de Chile hat der WWF die Behauptung zurückgewiesen, dass Großwale an den zusammenbrechenden Fischbeständen schuld seien. Diese These hatten japanische Wissenschaftler aufgestellt und gefordert, Wale zum Schutz der Fischerei gezielt zu töten. In drei Berichten belegt der WWF gemeinsam mit der Human Society International (HSI) und dem Lenfest Ocean Programme, dass der drastische weltweite Rückgang der Fischbestände nichts mit dem Nahrungsbedarf von Großwalen zu tun hat. Zuvor hatten bereits Forscher aus aller Welt die so genannte „Wale fressen unseren Fisch-These“ teils heftig zurückgewiesen.

„Die Überfischung der Meere ist auf die industrielle Raubbau-Fischerei und den gestiegenen weltweiten Konsum zurückzuführen“, sagt WWF-Walexperte Volker Homes. Weltweit leben über 41 Millionen Menschen von Fischerei, die meisten in Entwicklungsländern. Die Nachfrage nach Fisch hat sich in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt und lag nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO 2007 bei 17,4 Kilo pro Kopf weltweit. 40 Prozent des gefangenen Fisches werden international gehandelt.

Die neuen Studien des WWF zeigen, dass die Fische, die auf dem Speiseplan von Walen stehen, für die Fischerei nicht attraktiv sind. „Großwale lieben Tiefsee-Fische, die für uns nicht essbar, zum Teil sogar giftig sind“, erläutert Homes. „Es besteht keine Konkurrenz zwischen Wal und Mensch um Speisefisch.“

Auch die Behauptung, wegen der Wale nähme die Größe der gefangenen Fische immer weiter ab, wird durch die WWF-Berichte widerlegt. Wale bevorzugen die kleinen Fische einer Art. Die Fischerei dagegen sucht sich bei den Arten, die sie fängt, die dicksten Fische zuerst. Das Ergebnis: In Fischernetzen landen vorwiegend kleine Fische, weil die großen bereits abgefischt sind.

Die japanische These hatte zuletzt vor allem unter Entwicklungsländern, die mit der Überfischung ihrer Gewässer zu kämpfen haben, Anhänger gefunden. Homes: „Es ist perfide zu behaupten, nicht die hoch subventionierten Industrie-Flotten der reichen Staaten seien an der Ausbeutung schuld, sondern Großwale. Die Industriestaaten müssen zu ihrer Verantwortung für die Überfischung stehen und sie bekämpfen, statt Meeressäugetiere zum Sündenbock zu machen, die seit Millionen Jahren Seit an Seit mit großen Fischbeständen geschwommen sind.“

WWF Deutschland
Presseinformation

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